Dietrich Bonhoeffer - Gedenkjahr 2020

 

Auch in Volmarstein-Grundschöttel ist eine Straße nach ihm benannt.

Die EKD widmet ihm anlässlich seines 75. Todestages (9. April 2020) ein Gedenkjahr.

Dietrich Bonhoeffer wurde am 04.02.1906 als Sohn eines Psychologie-Professors und einer Lehrerin im Berliner Grunewald-Bezirk geboren.

Früh stand für ihn der Wunsch fest, Theologie zu studieren: Schon mit 26 Jahren war er Professor für Theologie. Allerdings wurde er zunächst Gemeindepfarrer: In Barcelona, London und New York erlebte er in den 20er Jahren Auslandsaufenthalte.

Er verband sich darüber immer mehr mit der „internationalen christlichen Jugendbewegung“, die später stark zur Gründung des Weltkirchenrates beitrug. Für sie war er Auslandssekretär. All diese Erfahrungen führten zu einem bewussten Widerstand gegen den aufkommenden Antisemitismus.

Insbesondere schrieb er öffentlich gegen den „Arier-Paragraphen“ in der Kirche, der getaufte Juden aus der Kirche zwang.

Für die „Bekennende Kirche“ leitete er das Predigerseminar in Finkenwalde bei Zingst, in dem ein anderer Geist herrschen sollte. Auch so unterstützte er die „Bekennende Kirche“.

Einen Aufenthalt 1939 in New York brach er ab: Er wollte in der Not lieber bei seinem Volk sein, denn der Kriegsausbruch war da schon absehbar. Daheim unterstützte er fortan einen geheimen Kreis von Widerstandskämpfern, mit dem er schon familiär verknüpft war.

Als der „aufflog“ wurde Bonhoeffer 1943 inhaftiert und am 9.April 1945 als persönlicher Gefangener Hitlers im KZ Flossenbürg durch den Strang ermordet.

Schon von 1930 an hatte Bonhoeffer sehr darunter gelitten, dass seine Kirche in der weltanschaulichen Not keine klare geistliche und politische Sprache fand.

Vielmehr zerfiel sie in „Deutsche Christen“, die Hitler unterstützten und in die „Bekennende Kirche“, die aber ein unklares und zerstrittenes Bild abgab:

So eindeutig wie Bonhoeffer hat kaum ein Protestant gegen Hitlers Weltanschauung opponiert!

Dies stellte das „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ der ev. Kirche nach dem Krieg auch als historische Tatsache fest.

 

Pfarrer Thorsten Chr. Hansen